Die Legalisierung von Cannabis in Deutschland

May 20, 2019 Off By Sarah

Die Legalisierung von Cannabis in DeutschlandLegalisierung von Cannabis in der BRD
die Hoffnung stirbt zuletzt

In einigen Ländern wie zum Beispiel Uruguay, wo Cannabis bereits seit dem Jahr 2013 legal bezogen werden kann, in Kanada, wo Cannabis seit dem Jahr 2018 (relativ) frei konsumiert wird und selbst in den USA, kann Cannabis in bestimmten Staaten zur Selbstversorgung käuflich erworben werden. Ganz zu schweigen von der Tatsache das es zu medizinischen Zwecken, also auf Rezept käuflich erhältlich und nutzbar ist. Wobei es sich so verhält, dass die Abgabemengen bestimmten quantitativen und qualitativen Regelungen unterworfen sind. Nichtsdestotrotz, betrachtet man den Fakt, dass selbst in einem Land wie den Vereinigten Staaten, mit seiner momentan rechtslastigen Regierung, der Verkauf und Konsum (relativ) frei konsumiert werden kann, verhält sich der deutsche Gesetzgeber wieder einmal nach der Regel: »Reden wir mal drüber!« Und geredet wird viel. Wie es sich aber nun einmal verhält, dass wenn viel geredet wird, sich kaum etwas tut, tritt man in der BRD, zumindest was die Legalisierung von Cannabis angeht, auf dem Stand.

Die aktuelle Lage der Nation

Diese sieht in Bezug auf den Anbau, den Verkauf und den Genuss von Cannabis eher so aus, als würde man sich in bundesdeutschen Ländern noch längere Zeit auf seinen lokalen Dealer einlassen müssen. Denn der Spruch, dass dort wo Rauch auch Feuer ist, scheint sich in diesem Fall nicht zu bewahrheiten. Wobei es keine Rolle spielt, ob es denn nun Cannabis-Rauch ist oder ein verwandtes Produkt, wie zum Beispiel Cannabidiol, das vor allem in gewissen medizinischen Fällen erwiesenermaßen Wirkung zeigt.

Dravet Syndrom und spastische Erkrankungen

Nicht zuletzt im Falle von Krankheitsbildern wie dem Dravet-Syndrom hat sich die krampflindernde Wirkung als bewiesen herausgestellt. Bei diesem kommt es aufgrund bestimmter epileptischer Formen, so wie es auch bei Spastikern zu krampfartigen Kontraktionen der Muskulatur, welche nur mithilfe schwerer medikamentöser Verabreichungen beizukommen ist und langfristig eingenommen zu Nieren und Leberschäden des Betroffenen kommen kann. Ausgeprägte Versuchsreihen, bei denen Cannabidiol-Produkte bei gleich mehreren Doppelblindstudien angewendet wurden, haben gezeigt, dass unter Zuhilfenahme von Cannabidiol eine wesentliche Verbesserung bei mitunter äußerst schmerzhaften Zuständen, welche unter anderem beim Dravet Syndrom auftreten, stark vermindert werden können. Diese Untersuchungsergebnisse wurden dem deutschen Bundestag zur Kenntnis gebracht. Dennoch schient man in diesem, mit anderen Problemen beschäftigt zu sein, als mit der Zulassung wirksamer Behandlungsmethoden, welche in anderen Staaten schon zum Alltag gehören.

SPD, FDP, Linke und …;
aktuell nichts Neues im Staate

Zugegebenermaßen kann man nicht von allen Politikern verlangen, dass sie sich auch mit neuartigen und eventuelle wirkungsvolleren Behandlungsmethoden auseinandersetzen. Sei es auch nur mit der Zulassung eines Genussmittels das im Rahmen des persönlichen Gebrauchs, aller Wahrscheinlichkeit nach weit weniger (wenn überhaupt) Schaden anrichtet, wie es zum Beispiel die Volksdrogen Alkohol oder Nikotin anrichten. Wobei es aller Wahrscheinlichkeit damit zu tun hat, das man alle Hände voll damit zu tun hat, die Kosten für die Behandlung von Alkohol- und Nikotintoten aufzukommen. Welche übrigens hauptverantwortlich dafür sind das ein mehrstelliger Milliardenbetrag Jahr für Jahr dafür verwendet werden muss, um die Folgeschäden zumindest in einem gewissen Rahmen zu halten. Von den »Folge und Nebenschäden« wie die aus Alkoholismus entstandene Kriminalität ganz zu schweigen.

Politische Blindheit
a la Berlin

Bundestagsabgeordnete der Linken, der FDP der CDU und von der AfD verwenden ihre Zeit im Bundestag dafür, um nach Expertisen zu verlangen. Wobei erwähnt werden muss das der Sprecher der AfD behauptete das »Schon so viel in der Drogenpolitik erreicht wurde!« Welches man als Zeichen und Begründung werten kann, warum die AfD politisch gesehen, nach wie vor keine große Bedeutung beigemessen werden darf. Denn, Expertisen sind in ausreichendem Maße vorhanden. Untersuchungen wurden abgeschlossen. Wirkungsweisen und deren Ergebnisse sind hinlänglich bekannt und dargelegt! So gilt es seit langem als erwiesen das Cannabidiol, wie zum Beispiel beim Dravet-Syndrom, bei entzündungsbedingten Erkrankungen des Magen-Darm Bereiches, Angst-spezifischen psychischen Erkrankungen und bei Depressionen eine hinreichende Wirkung zeitigen. Expertengutachten sind also ausreichend vorhanden, Wirkungen erwiesen. Oder hat der schleichende Fortschritt in Richtung Entscheidungsfindung damit zu tun, das Pharmafirmen es lieber sähen, wenn sie ihre Antidepressiva, Entzündungshemmer und anderer überteuerter Medikamente weiter im zweistelligen Milliardenbereich verkaufen würden?

SPD und Grüne,
die rot-grüne Fahne hoch

Als Licht am Ende des Polittunnels hat sich (man möchte es doch fast nicht glauben) die SPD gezeigt. So hat die SPD Abgeordnete Sabine Dittmar eine geradezu flammende Rede zugunsten des geregelten Gebrauchs von Cannabis und Cannabidiol gehalten. Momentan verhält sich der vokal-politische Konsens so, das man erst versuchen müsse auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, um dann einen Gesetzesentwurf durch alle Parteiinstanzen zu bringen. Die FDP hingegen, hat einen Antrag für ein Modellprojekt gestellt, das zeigen soll, welche Wege es zu einer etwaigen Suchtprävention gibt und wie diese beschritten werden können. Die Grünen legten gleich einen ganzen Gesetzesentwurf vor, der die Handhabung von Cannabis, Cannabis-haltigen Produkten und deren Verwandten regelt. Nun kann man von den Grünen (der Vergangenheit) halten was man möchte. Die Grünen von heute scheinen jedoch fast die einzigen zu sein, die ihre Aufgabe ernst nehmen. Auf jeden Fall scheinen sie die Zeichen der Zeit erkannt zu haben. Der Gesetzesentwurf dieser Partei, der momentan zur Prüfung vorliegt und auf seinen Entscheid wartet. Welches sich, was man sich leicht vorstellen kann, eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen wird. In der Zwischenzeit wird sich der illegale Verkauf und die Weitergabe von Cannabis, dessen hinsichtlich Quantität mehr als fragwürdig angesehen werden darf, weiter etablieren und aller Wahrscheinlichkeit ausweiten. Abgesehen davon das die Illegalität, die als solche steuerlich nicht relevant ist, dem Bundeshaushalt pro Jahr satte 2 Milliarden Euro durch entgangene Steuern kostet, welche durch die ansonst dichtmaschigen Finger rinnt. Es darf doch wohl bezweifelt werden, dass der Dealer am Bahnhof oder wo immer er auch sein Zeug vertickt, von dem man noch nicht mal weiß, was wirklich darin enthalten ist, über eine zusammenklappbare Registrierkasse beim Verkauf verfügt, oder? Von den gesundheitlichen mehr als bedenklichen Folgen sei hier noch nicht mal die Rede. So wurden schon Produkte wie Cannabis von der Exekutive aus dem Verkehr gezogen in denen man Stoffe wie zermahlenes Glas oder chemische Bestandteile gefunden hat, welche zur Crystal Meth Produktion verwendet werden.

Am Volke liegt es,
am Volke hängt es

Tatsache ist, dass sich momentan noch keine endgültige politische Lösung abzeichnet. Tatsache ist aber auch, das Cannabidiol Produkte und Cannabis im Wesentlichen zu Verbesserungen bei gesundheitsspezifischen Problematiken beitragen kann. Wie es sich bereits bei der Beseitigung vom schmerzhaften Erkrankungen beim Dravet-Syndrom, bei multipler Sklerose oder auch bei Spastikern gezeigt hat. Um nur drei von vielen Anwendungsgebieten zu nennen. Darauf zu hoffen, dass die Politik das entscheidende Zepter in die Hand nimmt um denjenigen den legalen Zugang zu diesen Mitteln zu ermöglichen, welche es dringend benötigen, darf (noch) bezweifelt werden. Vielmehr sollten die Bürger, nicht zuletzt die direkt Betroffenen ihr Recht auf das ihnen verbürgte Mitspracherecht nutzen, um Cannabidiol und den regulierten Genuss von Cannabis, als auch anderen verwandten Produkten zugestanden zu bekommen. Denn wieder einmal schient es das es am Volk, also den Bürgern hängt, ob eine Entscheidung, die wieder einmal viel zu lange benötigt, um gefällt zu werden, von diesen erfolgreich verlangt werden muss. Zeit wäre es! Nach oben