Medizinisches Cannabis legal in Brasilien

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Medizinisches Cannabis legal in Brasilien

Letzte Woche kam eine überraschende Meldung aus Südamerika: Brasilien, das sich unter dem Präsidenten Jair Bolsonaro eher in eine autoritäre Richtung entwickelt, gibt Cannabis für die Medizin frei. So können Menschen nun legal an Hanf kommen, um beispielsweise Schmerzen zu lindern oder andere Auswirkungen von Krankheiten einzudämmen. Viele Menschen freut es, doch die Regierung hat wohl ein anderes Ziel im Auge.

Cannabis jetzt für medizinische Zwecke verfügbar, Anbau bleibt verboten

Anvisa, die Organisation, die in Brasilien für die Überwachung von Medikamenten zuständig ist, hat am 3. Dezember mitgeteilt, dass Cannabis ab jetzt für medizinische Zwecke legalisiert ist. Damit können sich die Bürger des südamerikanischen Landes nun frei Cannabisprodukte besorgen, um gegen gesundheitliche Beschwerden vorzugehen. Es muss nun nicht mehr direkt zu chemischen Lösungen gegriffen werden, was von vielen Menschen begrüßt wird. Krankheiten, die chronische Schmerzen, Epilepsie oder Übelkeit hervorrufen, können durch Cannabis, wie z.B CBD-Öle abgemildert werden. Auch Angstzustände oder Schlafstörungen können durch Cannabis verbessert werden. Oft braucht es in diesen Situationen nur einen Stoff, um zur Ruhe zu kommen und sich zu entspannen. Cannabis kann diesen Menschen genau das liefern. Das passende Gesetz wurde im brasilianischen Parlament zuletzt diskutiert und stand lange zur Debatte. Unter dem nationalistischen Präsidenten Bolsonaro schien es unwahrscheinlich, dass das Gesetz tatsächlich in Kraft treten würden, doch genau das ist nun der Fall.

Anvisa teilte mit, dass weitere Informationen zu den neuen Regelungen in einer offiziellen Mitteilung folgen würden. 90 Tage nach der Ankündigung soll es dann so weit sein und Cannabis wird für medizinische Zwecke in Brasilien endgültig legalisiert. Doch gleichzeitig blockierte das brasilianische Parlament einen weiteren Vorschlag, der von Hanf-Befürwortern schon lange gefordert wurde: Es darf weiterhin kein Cannabis in Brasilien angebaut werden. Das neue Arzneimittelgesetz betrachtet jedoch den begrenzten Anbau für den persönlichen Gebrauch in etwa so, wie es den Besitz kleiner Mengen sieht. Das bedeutet, dass der Täter, wenn er nur Cannabispflanzen für den persönlichen Gebrauch anbaut verpflichtet ist, eine Verwarnung der Teilnahme oder eine Zwangsarbeit an einem Bildungsprogramm anzunehmen. Es wird trotz der medizinischen Nutzung der Anbau weiterhin verboten sein, in Brasilien Marihuana anzubauen. Andere südamerikanische Länder wie Kolumbien, Chile oder Uruguay lassen dies bereits zu. So werden Verkäufer aus anderen Ländern ihren Hanfanbau und somit ihre Pflanzen importieren müssen.

Spielen die Wirtschaft und Bandengewalt eine Rolle ?

Seit der Ankündigung der Legalisierung wird spekuliert, ob die brasilianische Regierung eigentlich ein anderes Ziel verfolgt. Denn die brasilianische Wirtschaft befindet sich gerade in einer Krise und Präsident Jair Bolsonaro braucht dringend Ergebnisse, um die Gunst der Brasilianer zu halten. Wenn Bürger von nun an bei legalen Händlern ihr Cannabis kaufen, anstatt bei Dealern, kann das Schwung in die brasilianische Wirtschaft bringen und die Konjunktur ankurbeln. Eine Legalisierung des Anbaus hätte zusätzlich noch Arbeitsplätze und weitere Profite gebracht, doch die Regierung hat sich dagegen entschieden. Es bleibt abzuwarten, ob sie diese Entscheidung noch bereuen wird.

Ein weiterer Faktor bei der Legalisierung dürfte die Bandengewalt in Brasilien gewesen sein. Seit Jahren ist die organisierte Kriminalität in Brasilien auf dem aufsteigenden Ast und Bandenkriege und Morde nehmen zu. Die Bürger der großen Städte wie Rio de Janeiro oder Sao Paolo haben Angst um ihr Leben und sind wütend auf den Staat, der keine Lösung gegen das Problem findet. Durch die Legalisierung fällt nun ein wichtiges Standbein für die Drogenbanden weg, die bisher die primären Verkäufer von Cannabis und Cannabis Produkten waren. Jair Bolsonaro scheint also zu hoffen, dass die Banden durch die Legalisierung an Macht und Einfluss verlieren. Ob sich diese Strategie auszahlt, wird nur in einigen Jahren ersichtlich sein.

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